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Newsletterarchiv

Neue Impulse Newsletter Juni 2009

Liebe NEUE IMPULSE-Freunde,

mit dem heutigen Rundbrief möchte ich mich von Ihnen, bezogen auf meine Funktion als Redakteur des monatlichen Newsletters, verabschieden.

So gerne ich diese Arbeit für eineinhalb Jahre getan habe, ist sie mir leider schlicht und einfach zu viel geworden. Da meine Interessengebiete und Tätigkeiten sehr breit gefächert sind, fällt es mir manchmal schwer, zu einer weiteren vielversprechenden Unternehmung "nein" zu sagen. So ging es mir auch mit der anregenden und erfreulichen Arbeit für NEUE IMPULSE.

Mittlerweile muß ich einfach erkennen, dass meine Kapazitätsgrenze erreicht ist. Daher bitte ich alle Leser/innen um Verständnis, dass ich diese Entscheidung getroffen habe. Dies verbinde ich mit der Hoffnung, dass Sie aus unseren Newsletters interessante und motivierende Informationen ziehen konnten.

Da zur Zeit - trotz frühzeitiger Ankündigung meines Schrittes - noch kein/e Nachfolger/in für die Redaktion in Sicht ist, bleibt vorerst offen, ob und wie die Aussendungen weitergeführt werden können. Auch hierfür bitte ich Sie um Ihr Wohlwollen und Ihre Nachsicht.

Diese Welt braucht uns - jeden Einzelnen. Zu viel geschieht im Moment, das alle Menschen auf diesem Planeten angeht, und die Geschicke von uns allen auf einer globalen Ebene beeinflusst. Niemand, der sich über den Mainstream hinaus informiert, kann sagen, er hätte nichts gewusst - oder zumindest geahnt, dass zahlreiche Dinge aus dem Ruder laufen. Wir MÜSSEN uns darum kümmern. Die Zeit des Abwartens ist schon lange vorbei, und wenn zu viele Menschen noch viel länger einfach abwarten, wird es eines Tages tatsächlich fast unmöglich, zu einer natürlichen und geistig richtigen Lebensweise zurückzukehren.

Mein Appell an unsere Leser/innen ist daher abschließend, dass Sie Ihrer unüberwindlichen geistigen Stärke, die Ihr wahres Wesen ist, mehr und mehr vertrauen, und dass Sie den Mut, die Standhaftigkeit und die Durchsetzungskraft haben (und bewahren), zu handeln, auch wenn die Welt um Sie herum nicht immer nach einem schnellen Erfolg aussieht.

Ich wünsche Ihnen alles Gute, Gottes Schutz und Segen - und viel Erfolg bei Ihrer weiteren Arbeit als "Zustandsverbesserer"!

Herzliche Grüße,

Tomas Eckardt
tomas.eckardt@neueimpulse.org

Ein paar Gedanken von Henry David Thoreau

Aus: "Civil Disobedience" - über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat

Das Gesetz hat die Menschen nicht um ein Jota gerechter gemacht; gerade durch ihren Respekt vor ihm werden auch die Wohlgesinnten jeden Tag zu Handlangern des Unrechts.

In einem Staat, der seine Bürger willkürlich einsperrt, ist es eine Ehre für einen Mann, im Gefängnis zu sitzen.

Könnte es nicht eine Regierung geben, in der nicht die Mehrheit über Falsch und Richtig befindet, sondern das Gewissen? [...] Muss der Bürger auch nur einen Augenblick, auch nur ein wenig, sein Gewissen dem Gesetzgeber überlassen? Wozu hat denn jeder Mensch ein Gewissen? Ich finde wir sollten erst Menschen sein, und danach Untertanen.

Man sollte nicht den Respekt vor dem Gesetz pflegen, sondern vor der Gerechtigkeit.

Wer nach Grundsätzen handelt, das Recht wahrnimmt und es in Taten umsetzt, verändert die Dinge und Verhältnisse; dies ist das Wesen des Revolutionären, es gibt sich nicht mit vergangenen Zuständen zufrieden.

Es gibt Tausende, die im Prinzip gegen Krieg und Sklaverei sind und die doch praktisch nichts unternehmen, um sie zu beseitigen.

Wie kann sich jemand nur damit zufrieden geben, dass er eine Meinung hat! Was für eine Genugtuung liegt darin, wenn es seine Meinung ist, dass er bedrückt sei?

Der praktische Grund, warum die Mehrheit regieren und für längere Zeit an der Regierung bleiben darf, wenn das Volk die Macht hat, ist schließlich nicht, dass die Mehrheit das Recht auf ihrer Seite hat, auch nicht, dass es der Minderheit gegenüber fair ist, sondern ganz einfach, dass sie physisch am stärksten ist.

Die rechtmäßige Regierungsgewalt [...] ist immer unvollständig: um nämlich unbedingt gerecht zu sein, muss sie Vollmacht und Zustimmung der Regierten haben. Sie kann kein umfassendes Recht über mich und mein Eigentum haben, sondern nur so weit, wie ich zustimme.

Eine Minderheit ist machtlos, wenn sie sich der Mehrheit anpasst; sie ist dann noch nicht einmal eine Minderheit; unwiderstehlich aber ist sie, wenn sie ihr ganzes Gewicht einsetzt.

Die Mehrzahl der Menschen dient also dem Staat mit ihren Körpern nicht als Menschen, sondern als Maschinen. Sie bilden das stehende Heer und die Miliz, die Gefängniswärter, die Konstabler, Gendarmen etc. In den meisten Fällen bleibt kein Raum mehr für Urteil oder moralisches Gefühl.

Nie wird es einen freien und wirklich aufgeklärten Staat geben, solange sich der Staat nicht bequemt, das Individuum als größere und unabhängige Macht anzuerkennen, von welcher all seine Macht und Gewalt sich ableitet, und solange er den Einzelmenschen nicht entsprechend behandelt.

Ich mache mir das Vergnügen, mir einen Staat vorzustellen, der es sich leisten kann, zu allen Menschen gerecht zu sein, und der das Individuum achtungsvoll als Nachbarn behandelt; einen Staat, der es nicht für unvereinbar mit seiner Stellung hielte, wenn einige ihm fernblieben, sich nicht mit ihm einließen und nicht von ihm einbezogen würden, solange sie nur alle nachbarlichen, mitmenschlichen Pflichten erfüllten. Ein Staat, der solche Früchte trüge, und sie fallen ließe, sobald sie reif sind, würde den Weg für einen vollkommeneren und noch ruhmreicheren Staat freigeben - einen Staat, den ich mir auch vorstellen kann, den ich bisher aber noch nirgends gesehen habe.

H.D.Thoreau: Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat und andere Essays; Übersetzung, Nachwort und Anmerkungen von Walter E. Richartz; Diogenes Verlag; ISBN 3-257-06460-8. Im amerikanischen Original 1849 unter dem Titel "The resistance to Civil Government" erschienen.

Die Zitate sind folgenden öffentlichen Quellen entnommen:

www.thoreau.de
www.wikipedia.de