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Diagnose Mikrowellenwahn

Missbrauch der Psychiatrie im Deutschland von heute?

Referent: Dr. Reinhard Munzert, Erlangen
14. Dezember 2002 19:00 Uhr

Dr. Reinhard Munzert, langjähriger Lehrbeauftragter an der technischen Fakultät Erlangen, sollte eigentlich am 6. September 2002 auf einem Kongress in den USA über Mikrowellenwaffen referieren. Doch daraus wurde nichts: Mitte August wurde er wegen "Mikrowellen-Wahn" gegen seinen Willen in die Erlanger Psychiatrie eingeliefert. Und zwar in die geschlossene Abteilung.

Der von einem Richter beauftragte Psychiater befand: Die Hörbarkeit von Mikrowellen (die laut Dr. Munzert und anderen Betroffenen unter bestimmten Umständen gegeben ist) ist eine Wahnvorstellung, die Existenz von Mikrowellenwaffen ist Teil eines Wahnsystems und der Glaube, als Redner zu einem großen Kongress eingeladen zu sein, ist schizophrener Größenwahn.

Obwohl laut psychiatrischem Gutachten weder eine Eigen- noch eine Fremdgefährdung vorlag, sollte Dr. Munzert zwangsbehandelt werden. Sein Zustand könne sich weiter verschlimmern, wenn er nicht umgehend mit Psychopharmaka behandelt würde, so das Gutachten.

Mikrowellen können nicht nur zum Erhitzen von Nahrung, sondern auch zur Terrorisierung von Menschen genutzt werden. Das ist nur wenigen Menschen bewusst und die Recherchen und öffentlichen Äußerungen Dr. Munzerts begannen offensichtlichen in gewissen Kreisen Unruhe zu verbreiten.

In seinem Vortrag wird er darüber berichten, wie es dazu kam, daß sich Gesundheitsbehörden, Richter und Psychiater für ihn zu interessieren begannen, wie es ihm in der Psychiatrie erging (er war u.a. 22 Tage im Hungerstreik) und wie er geistig und körperlich unbeschadet wieder herauskam.

Weitere Informationen zum Thema: http://www.tolzin.de/e-smog/munzert